Ausbildung

Der Friseurberuf ist einer von 340 anerkannten Ausbildungsberufen.

Die Ausbildung findet dual, also in Friseursalons und in der Berufsschule statt. Die Ausbildung dauert 3 Jahre, eine Verkürzung bei guten Leistungen auf 2,5, in Ausnahmefällen auf 2 Jahre ist möglich. Gesetzliche Grundlage der Ausbildung ist die Ausbildungsordnung zum Friseur/zur Friseurin vom 1. August 2008, in der das Berufsbild, die zu vermittelnden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die Inhalte der beiden Teile der Gesellenprüfung geregelt werden.

Was bedeutet Duales System?

Bei dem Dualen System wird der praktische Teil der Ausbildung in den Betrieben vermittelt, der theoretische Teil in den Berufsschulen. Die betriebliche Ausbildung wird oft ergänzt durch die überbetriebliche Ausbildung, die in eigenen Werkstätten der Handwerksinnungen oder Handwerkskammern stattfinden. Diese überbetrieblichen Lehrgänge dienen zum Ausgleich unterschiedlicher Ausbildungsschwerpunkte in den verschiedenen Salons. Die Lehrgänge dauern jeweils eine Woche. Meist werden 2-3 Kurse während der gesamten Ausbildungszeit besucht.

Der Besuch der Berufsschule erfolgt an ein bis zwei Tagen in der Woche. Der Unterricht erfolgt handlungsorientiert und an die Salon-Praxis angepasst, so dass alle mathematischen, naturwissenschaftlichen und anderen allgemeinen Inhalte bereits in die Lernfelder integriert sind.
Die Ausbildung in der Berufsschule ist nach Lernfeldern organisiert, die wesentlichen sind:
  1. Kunden empfangen und betreuen
  2. Haare und Kopfhaut pflegen
  3. Frisuren empfehlen
  4. Haare schneiden
  5. Frisuren erstellen
  6. Haare dauerhaft umformen
  7. Haare tönen
  8. Haare färben und blondieren
  9. Hände und Nägel pflegen und gestalten
  10. Haut dekorativ gestalten

Durch fünf verschiedene Wahlqualifikationseinheiten, die mit dem Ausbildungsbetrieb vereinbart werden können, verfügt der Friseurberuf über eine flexible und talentorientierte Ausbildungsstruktur.

Auszubildende und Ausbildungsbetriebe können sich auf die Schwerpunkte Coloration, Langhaarfrisuren, Pflegende Kosmetik, Nageldesign oder Haarersatz verständigen.

Zu den Inhalten der Friseurausbildung haben wir hier eine Übersicht zusammengefasst:

In den ersten 18 Monaten lernen die Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb beispielsweise:

  • wie man den Zustand von Haut, Händen und Nägeln beurteilt, die Haut reinigt, Tages-Make-up gestaltet, Nägel behandelt und formt
  • wie und mit welchen verschiedenen Substanzen das Haar und die Kopfhaut gereinigt und gepflegt werden können
  • mit welchen unterschiedlichen Techniken Haare geschnitten werden und wie dabei jeweilige Besonderheiten (z.B. Haaransatz, Wuchsrichtung, Fall) zu beachten sind
  • mit welchen Präparaten und Techniken (Wickeln, Wellen, Papillotiertechniken) Frisuren gestaltet werden können
  • wie farbverändernde Haarbehandlungen ausgeführt werden
  • was beim Empfang, bei der Beratung, Betreuung und Behandlung von Kunden wichtig ist
  • wie man durch eigenes Verhalten zur kundenorientierten Ausrichtung des Unternehmens und zur Steigerung der Kundenbindung beiträgt
  • wie man Kundentermine plant, koordiniert und überwacht
  • wie man Informations- und Kommunikationssysteme nutzt, Daten erfasst und die Kundenkartei pflegt
  • wie Maschinen, Geräte und Werkzeuge gereinigt, desinfiziert und gepflegt werden
Nach den ersten 18 Monaten findet der 1. Teil der Gesellenprüfung statt.


In den folgenden 18 Monaten wird den Auszubildenden unter anderem vermittelt:

  • wie man Kunden bei Friseur- und Kosmetikdienstleistungen individuell berät und dabei beispielsweise deren Kopf- und Gesichtsform sowie die Haarbeschaffenheit und aktuelle Modetendenzen einbezieht
  • welche modernen Schneidetechniken es gibt (insbesondere Effilieren, Messerarbeiten, Texturieren), wie man sie auswählt und wie man Haarschnitte individuell ausführt
  • wie man Hochsteckfrisuren gestaltet, Haarteile einarbeitet und welche Styling- und Finishtechniken man dabei einsetzt
  • wie bei farbverändernden Haarbehandlungen Einwirkzeiten festgelegt und überwacht werden und wie man Nachbehandlungen und Farbkorrekturen durchführt
  • wie man Hände und Unterarme mit ausgewählten Präparaten massiert, Make-up für besondere Anlässe gestaltet und Augenbrauen und Wimpern gestaltet und färbt
  • wie man individuelle Behandlungspläne erstellt
  • wie man Aufgaben im Team plant und ausführt
  • wie man Produkte und Dienstleistungen präsentiert und anbietet
  • wie die kaufmännische Seite eines Salons funktioniert
Außerdem erwerben die Auszubildenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten aus einer der fünf Wahlqualifikationseinheiten.


Während der gesamten Ausbildungszeit wird den Auszubildenden vermittelt:

  • welche gegenseitigen Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag entstehen
  • wie der Ausbildungsbetrieb organisiert ist und wie er funktioniert
  • wie die Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften angewendet werden
  • wie Umweltschutzmaßnahmen beachtet und angewendet werden
Nach den 36 Monaten findet dann der zweite Teil der Gesellenprüfung statt.